Andreas Bongard,  Interview

Interview mit ANDREAS BONGARD

Hamburg 06. Juni 2022

Im Schauspiel vor der Kamera oder auf der Musical und Theaterbühne ist Andreas Bongard zu Hause. Im letzten Jahr hat der talentierte Künstler einen großen Schritt gewagt, er schrieb seine einen Songs und begann damit, seine ersten Songs als Pop & Jazz Singer Songwriter zu veröffentlichen. Ende Mai 2022 folgte die erste EP „Prologue“. Das Werk umfasst 6 großartige Kompositionen. Im Interview sprach Bongard über seine Musikalischen werke und die Erwartung an das Leben und was ein Erfolg für den Musiker ausmacht.

Secret-Music-Blog: Auf der Bühne bist du zu Hause, du bist bekannt als Musical und Theaterdarsteller und du hast 2021 drei Singles veröffentlicht. Wie geht es bei dir weiter?

BONGARD: Die letzten Jahre und Monate haben uns ja allen gezeigt, dass es leider immernoch schwierig ist, Prognosen zu machen oder Pläne im künstlerischen Beriech zu schmieden. 

Fakt ist aber: Den Weg mit meiner eigenen Musik werde ich auf jeden Fall weiter gehen. Der Titel meiner Debüt – EP ist „Prologue“. In Theaterstücken ist der „Prolog“ das was ganz am Anfang des Abends steht. Soll heißen: Nach der EP soll früher oder später natürlich auch mein erstes Album folgen 😉 

Secret-Music-Blog: Deine erste EP heißt „Prologue“ und erschien Ende Mai 2022 – Wie war die Arbeit und der Entstehungsprozess?

BONGARD: Ich habe die EP zusammen mit einem Produzententeam geschrieben und aufgenommen. Wir haben angefangen zu ein paar Jazz-Standards und Akkordfolgen zu improvisieren und daraus sind dann die eigenen Songs entstanden. Wir sind dann alle gemeinsam nach Slowenien geflogen, wo mein Musikproduzent ein tolles Studio mit hervorragenden Musikern aus dem Jazz/Pop Bereich kannte. Dort haben wir die Bandaufnahmen gemacht. Der Moment zum ersten mal zu hören, wie die Songs von der Band gespielt klingen, war magisch. Bis dahin haben wir nur mit ein paar Midifiles gearbeitet. 

Später habe ich dann, zurück in Deutschland, die Vocals aufgenommen. Es war eine aufregende Zeit, in der ich mich viel damit auseinandergesetzt habe, wie ich mich als Solokünstler musikalisch ausdrücken möchte und ein Team leiten musste, dass mir dabei half meine Vorstellungen umzusetzen. 

Secret-Music-Blog: Was inspiriert dich Musik zu machen?

BONGARD: Das ist schwer zu beantworten, weil ich es wirklich schon im Kindesalter angefangen habe. Ich habe irgendwann als Erwachsener festgestellt, dass mir Musik in meiner Kindheit immer Halt gegeben hat – Wie eine Art bester Freund, bei dem meine Gefühle immer Raum bekommen und die Berechtigung zu sein.  Ich glaube, das ist es letztendlich was mich dazu inspiriert hat. Musik löst in mir Gefühle aus und bringt mich zu mir selbst. Und hoffentlich auch meine Zuhörer:innen. 

Secret-Music-Blog: Was bedeutet es dir auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen?

BONGARD: Meine eigene Musik zu spielen und nicht als „Rolle“ auf der Bühne zu stehen bedeutet mir sehr viel. Es ist über die letzten Jahre immer ein größerer Wunsch von mir geworden, auch als eigenständiger Künstler in Erscheinung zu treten – ganz ohne Vorgaben, wie etwas zu sein hat. Ich bin dankbar, in diesem Beruf diesen Weg gehen zu können. By the way: Auch in meinen Rollen versuche ich immer so viel wie möglich von mir selbst einzubringen. 

Aber egal ob im Theater oder bei der eigenen Musik: Wenn man an einem Abend an einen Punkt kommt dass man nicht nur selbst von seinen Gefühlen singt (oder spielt),  sondern man das Gefühl hat das Publikum öffnet sich auch einem selbst gegenüber, weiß man genau wieso man auf der Bühne stehen möchte. 

(c) www.bongardmusic.com I Foto: Sven Serkis

Secret-Music-Blog: Im September 2021 hast du den Song „“ veröffentlicht. Worum geht es in dem Song?

BONGARD: Ganz einfach: Um Liebe 😉 Auch in einer Beziehung kann es manchmal schwer sein, seine Gefühl zu zeigen und man möchte dass das Gegenüber weiß: Hey, ich tu alles dafür dass es dir gut geht und ich habe an uns beiden keine Zweifel, genauso wenig daran wie dass 1+1=2 ist. 

Secret-Music-Blog: Und worum geht es in deinen Songs „No Getting Over You” und “Too Late in the Day”?

BONGARD: „Too Late in the day“ ist ja der erste Song auf meiner EP. Die startet sozusagen am emotionalen Tiefpunkt 😉 

Es geht darum nach einer langen, harten Zeit der Einsamkeit nach einer zerbrochenen Beziehung langsam – aber auch nur langsam – wieder zu Kräften zu kommen und den Schritt zu wagen, mit der Aussenwelt wieder in Kontakt zu treten. 

No Getting Over you dagegen kommt ja musikalisch eher locker und gut gelaunt daher, im Text gehts aber tatsächlich auch um einen Streit, Tränen und meinen Kampf eine Beziehung aufrecht zu erhalten. Ich denke es ist wichtig, solchen Situationen immer mit  Leichtigkeit zu begegnen, auch wenn mir selbst das oft schwer fällt. Deshalb ist der Song aber genau so geworden wie er ist. Es geht um Hoffnung. Ich mag diesen Gegensatz in dem Song. 

Secret-Music-Blog: Wie wichtig ist dir Feedback zu deiner musikalischen Arbeit?

BONGARD: Sehr wichtig, wenn es ehrlich und respektvoll ist. Natürlich möchte ich wissen, wie andere Leute meine „Kunst“ finden. Wer möchte das nicht. Kunst und Künstler sein  ist für mich aber auch immer ein Prozess. Oft vergessen das Leute, wenn sie Feedback geben. Das liegt vielleicht auch bisschen an dieser Zeit – alles muss schnell schnell gehen. Wir werden quasi von unserer Umwelt dazu erzogen uns immer schneller eine Meinung zu bilden. Ich sehe das etwas kritisch. Bei Kunst geht es auch immer um die Menschen dahinter und deren Geschichte. Die ist zu respektieren. 

Secret-Music-Blog: Welche CD hast du als letztes gehört?

BONGARD: Das Album „Ghost Song“ von Cecile McLorin Salvant. Ich lieeebe es. 

Secret-Music-Blog: Was ist deine Erwartung an das Leben?

BONGARD: Dass es mir gelingt, nicht an Erwartungen fest zu halten 😉 

Secret-Music-Blog: Was ist für dich ein Erfolg?

BONGARD: Wenn ich das Gefühl habe einen Schritt auf meiner Reise als Künstler weitergekommen zu sein. Ich denke es gibt verschiedene Erfolge. Die einen sind die, die auf dem Papier stehen, die so etwas wie eine „Karriere“ (was auch immer das ist) darstellen, z.B. ein bedeutsamer Ort wo man aufgetreten ist, ein bekanntes Theater wo man gespielt hat, eine Rolle die man in einem Film bekommen hat. Das ist ein Teil des Künstler – Berufes und meistens auch der, der die Rechnungen zahlt. Nicht ganz unwichtig. 

Die anderen Erfolge, und das sind die auf die man sich eigentlich fokussieren sollte, sind die persönlichen – Dazu zählt für mich zum Beispiel auch, dass ich den Mut aufgebracht habe, als Solokünstler in die Sichtbarkeit zu gehen und eine Debut – EP zu veröffentlichen. 

Secret-Music-Blog: Wenn du an dein bisheriges Leben zurückdenkst, bist du dann zufrieden oder gibt es etwas, dass du gerne anderes gemacht hättest?

BONGARD: Auch wenn ich manchmal sehr hart mit mir selbst bin, weiß ich, dass es keinen Sinn macht, Dinge die man auf seinem Weg entschieden hat, zu bereuen. Ich lerne gerade immer mehr den Fokus auf meinen ganz persönlichen Weg zu legen. Und wenn ich darauf zurück schaue, wie ich mich als 16 jähriges Ich gefühlt habe und absolut nicht wusste, wie ich die beruflichen und privaten Hürden meine Träume zu verwirklichen überwinden soll, kann ich sagen, dass ich weit gekommen bin. 

Secret-Music-Blog: Welche Frage wolltest du schon immer in einem Interview gestellt bekommen?

BONGARD: Du hast doch schon sehr schöne Fragen gestellt 😉 

Secret-Music-Blog: Wie lautet die Antwort auf die Frage?

BONGARD: Vielen Dank dafür! 

Die EP „Prologue“ ist auf allen bekannten Streamingdiensten verfügbar. Ein absoluter Musik Tipp von mir. Ich bin sehr verzaubert in die 6 Werke der EP.

Vielen Dank für dein Interesse an meinem Interview mit Andreas Bongard. Hab eine gute Zeit & bleib Gesund. Alles Liebe, dein K!

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